Montag, 20. Oktober 2014

SPIEL 2014

Wie auch im Jahr zuvor, machte ich auch dieses Jahr wieder auf zu den internationalen Spieltagen in Essen, sprich der Spiel 14, sowie die Hallen dieser Messe unsicher.

Da die GDL sich dieses Wochenende für einen Streik ausgesucht hat, nicht mit der Deutschen Bahn, sondern in einer Gruppe mit dem Auto. Die jüngste Teilnehmerin war 12, entschuldigung, natürlich "schon fast 13", der älsteste war ich alter Sack, denn die ebenfalls anwesende Mutter der jungen Dame kann höchsten 29 gewesen sein, wie das bei Frauen üblich ist. Dazu noch eine weitere Dame und natürlich der Fahrer, also insgesamt fünf spielbegeisterte Leute. Danke fürs Mitnehmen und die angenehme Zeit.

Wir kamen erstaunlich gut voran und Stau fand sich gar nicht, was die Vorfreude doch schon erheblich steigerte und den Frust über die Bahn senkte.Auf dem Weg Richtung Parkplatz standen wir kurz an einer Ampel, als ein, dem Wagen nach zu urteilen, Handwerker an die Scheibe klopfte und uns seinen Parkplatz anbot, da er jetzt gleich wegführe und wir doch bestimmt zur Spielemessen möchten. Wir passten wohl in das Schema und nahmen dankend an. Nochmal Danke unbekannterweise an dieser Stelle. Ein kurzer Fußmarsch und schon stürmten wir die Hallen.




Neben wildem Kaufrausch, der mir die neuesten Werke aus der Shadowrunreihe bescherte, fand man dort natürlich allerlei Stände und Unterhaltung aus unterschiedlichen Bereichen, von Brettspielen über  Rollenspiel und Tabletop zu Kartenspielen bis hin zu diversem Kram.

Die Preise für Eintritt und Verpflegung fand ich moderat, Warteschlangen haben mich auch nicht großartig bedroht, so dass ich schnell in die Hallen des Wahnsinns kam.

Dort erwartete einen das übliche Bienenstockgebrumme hunderte Menschen, aber es war erträglich. Da ich als Plan nur gefasst hatte mir die Neuerscheinungen von Pegasus-Spiele zu Shadowrun zu kaufen, ließ ich mich durch die Menge treiben, auch wenn das aufgrund meiner Körperfülle nicht immer so einfach war und ich schon auf einige Engstellen traf.

Leider habe ich Depp keinen Fotoblitzdings mitgenommen, um diese Eindrücke festzuhalten, hoffentlich denke ich nächstes jahr dran.

Zuerst sorgte ich für das leibliche wohl und zog mir einen Crepe hinein, der geradezu köstlich war. Anschließend wurden diverse Stände besucht. Es waren, denke ich, nicht so viele Zeichner dort wie letztes Jahr, aber viel zu sehen gab es allemal. Einige Leute erschienen auch kostümiert, so dass man von Rittern, über mir unbekannte Animekostüme bis hin zu einem weiblichen Deadpool im bekannte hautengem Kostüm (fünf Euro ins sexistische Macho-Sparschwein: und zum Glück mit der entsprechenden Figur für dieses Kostüm) bewundern konnte.

In der Galeria gab es eher größer angelegte Aktivitäten, wie Trampoline und Hüpfburgen, größere Spiele sowie Mützenhäkeln, was bei unserem weiblichen Jugendanteil samt Aufsichtsperson der Gruppe durchaus Anklang fand.

Diverse Spiele wurden getestet, auch wenn die anderen doch nur Kleinigkeiten erwarben, ich war ja schon zufrieden, konnte aber dann doch nicht widerstehen mir traditionsgemäß Würfel und Magickarten zu kaufen.

Ab und zu ging man getrennter Wege, da sich nicht alle für Rollenspiel interessieren (Ketzer!), aber das ist doch angenehm, weil man dann auch manchmal Fachsimpeln kann, ohne gelangweilte Begleiter aufzuhalten.

Einige Verlage/Hersteller waren zahlreich vertreten und sobald man sich dem Stand näherte wurde man angesprochen, ob man etwas bestimmtes suche oder wissen möchte, allgemein waren die meisten sehr freundlich.

Manche Vertreter hatten wohl eher kein Interesse an Kundschaft, denn obwohl ich jedes verdammte Produkt, dass da auslag, in die Hand nahm und begutachtete, sprach man mich nicht an. Ich würde mich schon melden, wenn ich etwas will, war hier vermutlich Devise. Immer diese lästigen Kunden.

Andere waren sehr bemüht, es mangelte aber oft einfach an der Sprache. Eine polnische Firma hatte ihr Spiel gezeigt, die Spielkarten waren aber teilweise noch auf Polnisch und der sehr freundliche Mitarbeiter bedauerte, dass sein Kollege, der deutsch spricht, leider erst in circa 15 Minuten Zeit hätte uns das Spiel zu erklären und es keine Anleitung gäbe. Schade! Aufgrund mangelnder Geduld gingen wir dann weiter.

Ähnliches bei einem Magicstand der mir Booster für zwei Euro sowie ein paar Karten beschwerte, sprach man zumindest gut Englisch, ganz im Gegensatz zu den Franzosen von Broken World (http://broken-world.net/). Der arme Mann war sehr freundlich und bemüht, aber es haperte dann doch etwas bei der Kommunikation. Es sei ein Passfönndöär-Setting, oder so ähnlich, aber auf jeden Fall sehr narrativ, und noch dazu die erste Pathfinderwelt franzöischen Ursprungs, was doch vielversprechend klang, da die Franzosen durchaus schöne Rollenspiele erstellen, soweit mir bekannt ist. Es gab noch kein fertiges Produkt, deshalb hat man einfach das kommende Buch ausgedruckt und zusammengeheftet. Immerhin, bekam man so einen guten Eindruck. Außerdem wurde mir angeboten, mich auf den Nihuslädder zu setzen, was ich doch tat da ich das Buch auf Anhieb ansprechend fand. Mal gucken was daraus wird.

Leider gab es außerhalb der Spieletesttische wenig Sitzgelegenheiten für so faule Säcke wie mich, zur Stärkung oder zum Spielen der gekauften Spiele etwa. Nachmittags gab es deshalb noch Energie in Form eines Putenschnitzels mit Krautsalat im Brötchen von einer etwas unfreundlichen Dame, das aber ebenfalls durchaus genießbar war.


Eigentlich wollte ich Sonntag noch einmal dahin, aber das fiel ins Wasser, siehe GDL am Anfang. Danke nochmal dafür, wie auch für meine Heimfahrt, der ICE fuhr immerhin. Ich hätte gerne 15 Euro für mein Taxi vom Hbf nach Hause wieder, weil weder Zug noch S-Bahn in Berlin fuhr.

Zum Trost kam ich mit folgendem Loot heim:
  • Shadowrun 5 - Kreuzfeuer
  • Shadowrun 5 - Gestohlene Seelen
  • Shadowrun 5 - Im Fadenkreuz
  • Shadowrun 5 - Licht aus der Asche
  • Shadowrun 4 - Grundregelwerk
  • Magic: The Gathering - Commander grün
  • Ein paar Würfel und Magickarten.

Auch nächstes Jahr werde ich diese Messe vermutlich wieder besuchen. Vielleicht treffe ich dann die/den ein/e oder andere/n.